Shin So Shiatsu

Masunagas Erbe und Teds Weiterentwicklung

Shin So Shiatsu

Tetsuro Ted Saito hat nach Masunagas frühem Tod unermüdlich weiter geforscht und recherchiert um aus Masunagas Anfang und den wertvollen Hinweisen aus der TCM ein ganzes, stimmiges Bild zu beschreiben und uns effiziente, zeitgemässe Behandlungsmöglichkeiten auf zu zeigen.

"Eine genaue, klare Diagnose ist mit das Wichtigste der Shiatsubehandlung, nur so können wir wirklich effektiv sein und auch tiefer liegende Probleme lösen" sagt Ted. Mit dem einfachen Fingertest nach dem berühmten Akukpunkteur Tadashi Irie ist die Diagnose klar zu stellen und die Lokalisation des momentanen Energieverlaufs für jede Therapeutin direkt spürbar.

Wenn ein Meridiansystem so im Ungleichgewicht ist, dass es selbst keinen Ausgleich mehr schaffen kann, kommt das nächst tiefere System zu Hilfe und übernimmt. Kann dieses den Ausgleich auch nicht mehr halten, kommt wieder das nächst tiefere und so weiter. Wird nur an der Oberfläche gearbeitet, taucht das Problem innerhalb kurzer Zeit wieder auf oder es verschiebt sich...

Darum behandeln wir, wenn wir am tiefsten Punkt ansetzen, alle vorigen Stufen des Ungleichgewichts. Tetsuro Ted Saitos’ Arbeit schliesst deshalb neben den 12 Hauptmeridianen auch die tiefer liegenden Meridiansysteme mit ein.

Ich habe keine Zweifel daran, dass das Lernen der Behandlung des tieferen Meridiansystems sowohl viel mehr Freude als auch einen mächtigen Effekt für eure Shiatsuarbeit bringen wird.

Tetsuro Ted Saito

Meine Shin So Shiatsu Geschichte

Am Shiatsu-Symposium Berlin 2000 ist mir Tetsuro Saito (Ted) während des Podiumsgesprächs vor allem durch seine Bescheidenheit und Integrität aufgefallen. Als ich ihn dann im Workshop habe arbeiten sehen, war mir klar: hier ist ein absoluter Meister am Werk. Seine Differenziertheit war am Anfang etwas verwirrend und ich hatte eigentlich wenig Lust, meine mir lieb gewordene, altbekannte Shiatsu-Struktur aufzugeben und mich auf sein vielschichtiges, präzises System einzulassen.

Trotzdem organisierte ich für ihn in Zürich einen Workshop, eigentlich mehr, weil ich mir dabei eine Behandlung von ihm versprach. Der erste Kurs war mit 36 TeilnehmerInnen überbesetzt und Ted konnte uns in den zwei Tagen nur eine Ahnung vermitteln, von dem was er zu bieten hat. In den Tagen nach den Workshop in den Gesprächen mit Ted kam ich immer mehr zum Schluss: Da führt kein Weg daran vorbei, das ist die Zukunft des Shiatsus.

"Wir können nicht mit einer Meridiankarte arbeiten, welche über 50 Jahre alt ist, wenn es eine überarbeitete, ergänzte Version gibt, welche der neusten Forschung und eigentlich unserer Erfahrung entspricht."

In den folgenden Kursen wurde immer klarer, wie wertvoll und mächtig diese Information ist und wie gut sie in unser Zen Shiatsu passt. Seither haben bei uns über 250 Shiatsu TherapeutInnen diese Weiterbildung (100 Lektionen) genossen und die allermeisten sind begeistert und wenden die vielen neuen Möglichkeiten erfolgreich an.

Seit ich die Arbeit von Ted in meine eigene integriere, habe ich mehr Spass am Shiatsu, die Diagnosen sind klar, die Energiearbeit dank Einbezug der tieferen Meridiansysteme effizienter und strukturelle Probleme wie zum Beispiel Rückenbeschwerden sind einfach und nachhaltig behandelbar. Ich und meine Klienten sind erstaunt über die starke Wirkung und die Vielseitigkeit von Shiatsu.

Alles, was wir für uns selbst tun, tun wir auch für andere,
und alles, was wir für andere tun, tun wir auch für uns selbst.

Thích Nhất Hạnh, vietnamesischer buddhistischer Mönch

Tetsuro (Ted) Saito

Tetsuro (Ted) Saito graduierte 1968 an der Japan Shiatsu Hochschule bei Masunaga und Namikoshi, arbeitete mit dem berühmten japanischen Akupunkteur Tadashi Irie zusammen.

Als Teil der Irie Meridianforschungsgruppe ist er im ständigen Austausch mit den führenden japanischen Meistern der fernöstlichen Medizin.

Er begründete 1971 das Shiatsu-Centre in Toronto, Kanada, wo er seit rund 45 Jahren behandelt, unterrichtet und forscht. Seine Lehrtätigkeit ist in ganz Amerika und Europa sehr geschätzt. Er ist einer unserer Shiatsu Väter und letzten grossen Meister.

Er hat das Werk von Masunaga weitergeführt und vervollständigt und ist einer der begabtesten Shiatsu Meister unserer Zeit.

Sein Buch "Shin So Shiatsu - Heilung aus der Tiefe" ist 2009 auf deutsch erschienen.


Siehe auch unsere internationale Website: shinso-shiatsu.com

Artikel Journal von Zita Sieber:

Das Wesen von Seiki und Jaki

Was lebt atmet – was atmet lebt.
Das Grundmuster von Expansion und Kontraktion liegt dem ganzen Universum zu Grunde – alles bewegt sich nach dem Prinzip von Werden und Vergehen, von Einatmen und Ausatmen, von Aufnehmen und Abgeben.
Grobstofflich nehmen wir Menschen frische Luft auf und atmen unsere Abfallstoffe über die Lungen und die Haut aus. Wenn wir das nicht tun würden, würden wir innert Minuten an einer CO2 Vergiftung sterben.
Im feinstofflichen Bereich nehmen wir über die unzähligen kleinen und großen Tsubos frische Energie auf und atmen verbrauchte Energie aus.

In jedem Meridian bewegen sich zwei Energie-Qualitäten: Seiki und Jaki.
Seiki bewegt sich schneller und leichter und hat eine ausdehnende Qualität, während Jaki schwerfälliger ist und zusammenziehend wirkt.
Sei Ki bedeutet auf japanisch frische, nährende Energie; Ja Ki bedeutet verbrauchte, störende Energie.
Das Bild von einem Fluss mit Sand, Geröll und Holzstücken gefällt mir gut als Vergleich.
Die Steine und das Sediment (Bild für Jaki) sind ein natürlicher und wichtiger Teil des Flusses.
Hat es jedoch zu viele Steine und Baumstämme, wird das Wasser (Seiki) am Fließen behindert und staut sich da und dort. Je mehr Geröll und Sediment sich ansammelt, desto mehr können sich auch die Holzstücke verfangen und das Wasser staut sich immer mehr.
In den Meridianen scheint es sich ähnlich zu verhalten: je mehr Jaki darin hängt, desto mehr Jaki kann sich ansammeln und desto weniger kann Seiki fließen. Durch den Stau kann Seiki die Körperzellen nicht mehr mit genügend frischer Energie versorgen; es entstehen Verspannungen und Symptome aller Art.

Seit mehr als zweitausend Jahren beschreibt die TCM Seiki und Jaki als Einheit unseres Chi oder Ki.
Seiki besteht laut TCM aus drei Komponenten: Pränataler Energie (von den Eltern), Energie aus Nahrung und Wasser, sowie kosmischer Energie (über die Atmung).
Die Entstehung von Jaki wird erklärt durch belastende Umwelteinflüsse wie Wind, Kälte, Hitze, Feuchte, Trockenheit und Feuer; dazu innere Einflüsse wie Wut, Angst, Sorgen, Kummer und Schock.
Heutzutage würden wir noch Viren, Bakterien etc, Stress, falsches Essen und Trinken und magnetische Störfelder dazunehmen.

Was bezwecke ich eigentlich, wenn ich einen Meridian behandle, indem ich in ein Tsubo lehne?
Wenn ich das meine Kursteilnehmenden frage, antworten sie meistens: Ausgleichen von Energie. Aber wie geschieht das genau und was gleichen wir aus?
Die Antwort ist einfach: Wir verstärken „nur“ die Energieatmung.
Ein Tsubo saugt fortwährend frische Energie (Seiki) ein und stößt verbrauchte Energie (Jaki) aus. Auch unsere Hara Diagnosezonen sind Öffnungen, welche sich erweitern und ihre Atmung verstärken, wenn ein Meridian stark aktiviert ist. Wir finden darum die größten, aktivsten Zonen und so das meiste Kyo und Jitsu im Hauptmeridiansystem. Nach der Behandlung können wir nur noch kleine, unauffällige Hara- Zonen finden.
Während die Meridiane den Körper mit Seiki versorgen, ist es auch ihre Aufgabe, ihn von überflüssigem Jaki zu befreien. Manchmal sind die Meridiane, Körperstrukturen und Organe angefüllt von Jaki und wir fühlen uns in der Folge schwer, krankheitsanfällig und auch stimmungsmäßig eher bedrückt.
Wir atmen Jaki immer wieder natürlich aus: Zum Beispiel mit genügend erholsamen Schlaf, Bewegung an der frischen Luft, Qi Gong, Yoga und entspannende Beziehungen und Erlebnisse um nur einige Dinge zu nennen.
Ist jemand jedoch müde, arbeitet zu lange, ist emotionalen Belastungen ausgesetzt oder sein Feld ist von zu viel Elektrosmog gestört, wird er die verbrauchte Energie nicht mehr richtig los. 

Durch unsere Berührung und Präsenz in der Shiatsubehandlung strömt Seiki ein und eine größere Menge an Jaki kann durch die Tsubos, Chakras und die natürlichen Körperöffnungen ausgeatmet werden – manchmal können wir bei der Behandlung einen grauen entweichenden Nebel wahrnehmen oder es förmlich riechen.
Die KlientInnen fühlen sich danach oft leichter, erfrischt, entspannt und größer.

Wir brauchen keine Angst zu haben vor diesem Jaki.
Wir sind im Shiatsu nur in Resonanz mit unseren KlientInnen; die Energiefelder schwingen miteinander ohne sich zu vermischen. So nehmen wir nichts auf und geben auch nicht „unser“ Seiki ab. Mein Körper zum Beispiel gähnt einfach weg, was ihm zuviel ist; etwa wenn sich starke Spannungen bei meinen KlientInnen lösen. Ich erkenne, dass dies nicht meine Spannungen oder Emotionen sind und lasse ihnen Raum; respektvoll, einladend und würdigend. Bei einer mitfühlenden, bejahenden Präsenz findet alles auf eine wundervolle Weise seinen Platz oder es löst sich auf.
Wenn die Ganzheit unser Fokus ist, wir zentriert sind und wir beachten, was im letzten Journal zum Thema Selbstschutz von Wilfried Rappenecker beschrieben wurde, sind wir natürlich und ausreichend geschützt.

Jaki und Seiki sind ein lebendiger Teil unseres Seins, dauernd in Bewegung und sich ergänzend.
Es verhält sich ähnlich wie mit Licht und Dunkelheit; damit wir das Licht wahrnehmen können,
braucht es den dunklen Raum. Das eine bedingt das andere.
Und wenn wir von der Dualität in die Einheit kommen, ist alles einfach Energie.
Damit verbinde ich mich immer wieder, wenn ich Behandlungen gebe und es wird leicht, freudig und multidimensional.

Ich ehre und wertschätze die chinesischen und japanischen Meister, welche durch ihren unermüdliche Forschung und Arbeit Licht und Klarheit in unser Verständnis vom Energiesystem gebracht haben. Ich bedanke mich speziell bei Pauline Sasaki, Akinobu Kishi und Tetsuro Saito für ihre wertvolle Weiterentwicklung von Shiatsu und ihr großzügiges Teilen mit uns.


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